Im Jahr 2025 wird jeder zweite Franzose Künstliche Intelligenz genutzt haben. Doch die Akzeptanz in der Geschäftswelt bleibt vorsichtig, die Anwendungen sind meist einfach und Schulungen nahezu nicht vorhanden. Die umfassende Ipsos BVA-Studie für Google liefert eine umfassende Bestandsaufnahme und benennt die notwendigen Elemente zur Beschleunigung.
Highlights:
- Die Nutzung von Künstlicher Intelligenz hat sich in Frankreich innerhalb von zwei Jahren verdoppelt, aber nur %9 nutzt sie täglich am Arbeitsplatz.
- %70 der Führungskräfte glauben, dass Künstliche Intelligenz die Effizienz ihrer Unternehmen steigert, doch die Mitarbeiter teilen diese Ansicht noch nicht.
- Kleine Unternehmen erleben strukturell einen erheblichen Rückstand, doch deren Führungskräfte nutzen Künstliche Intelligenz kreativer als die Mitarbeiter im Durchschnitt.
- Nur %21 haben eine Schulung zur Nutzung von Künstlicher Intelligenz am Arbeitsplatz erhalten; Schulungen erhöhen die Nutzungshäufigkeit um das 2,6-fache.
Akzeptanz beschleunigt sich, doch das Verständnis bleibt begrenzt
Frankreich hat in der allgemeinen Nutzung von Künstlicher Intelligenz einen Teil zurückgeholt. Innerhalb von zwei Jahren hat sich die Nutzerzahl fast verdoppelt.
| Jahr | Nutzer von Künstlicher Intelligenz in Frankreich | Weltdurchschnitt (20 Länder) |
| 2023 | %28 | %38 |
| 2024 | %35 | %44 |
| 2025 | %51 | %62 |
Frankreich liegt vor den USA (%40), Japan (%42) und Deutschland (%47), bleibt jedoch hinter dem Vereinigten Königreich (%56), Italien (%59) oder Spanien (%64) zurück.
Die Nutzung von Künstlicher Intelligenz bedeutet nicht, sie zu verstehen. An diesem Punkt haben die Franzosen größere Schwierigkeiten: %59 geben an, Künstliche Intelligenz gut zu verstehen, während dieser Anteil in den USA %66, im Vereinigten Königreich %64 und in den Niederlanden %75 beträgt. Die Studie bietet eine kulturelle Erklärung: In Frankreich wird Künstliche Intelligenz eher aus regulatorischer Sicht betrachtet, nicht aus der Sicht konkreter Anwendungen.
Die Unterschiede im Verständnis zeigen auch große Veränderungen nach Profilen:
| Profil | Gutes Verständnis von Künstlicher Intelligenz |
| Männer | %67 |
| Frauen | %51 |
| Unter 35 Jahren | %72 |
| 50 Jahre und älter | %45 |
| Universitätsabsolventen (Bachelor und höher) | %66 |
| Nicht-Universitätsabsolventen | %51 |
Diese Unterschiede sind nicht unerheblich: Sie werden auch in professionellen Anwendungen noch deutlicher.
Widersprüchliche Wahrnehmung: Gut für die Wirtschaft, besorgniserregend für die Gesellschaft
Das Image von Künstlicher Intelligenz hat sich verbessert. Jeder zweite Mitarbeiter (%46) hat mittlerweile eine positive Wahrnehmung, während nur %22 eine negative Haltung zeigt.
Doch die Wahrnehmung bleibt grundsätzlich widersprüchlich. Die Mitarbeiter sehen Künstliche Intelligenz als Chance für Unternehmen (%41) und für sich persönlich (%37). Bei den gesellschaftlichen Auswirkungen sind sie jedoch viel skeptischer:
| Die Auswirkungen von Künstlicher Intelligenz... | Chance | Bedrohung |
| Unternehmen | %41 | %22 |
| Persönlich | %37 | %24 |
| Volkswirtschaft | %31 | %28 |
| Arbeitnehmer | %28 | %34 |
| Französische Gesellschaft | %25 | %37 |
| Umwelt | %23 | %37 |
Bei der Frage nach potenziellen Nachteilen nennen die Mitarbeiter zuerst übermäßige Abhängigkeit (%25), gefolgt von Verlust menschlicher Interaktionen (%24); Risiken für den Datenschutz (%23) oder die Angst vor Verdrängung durch Künstliche Intelligenz (%21) stehen dahinter. Die Angst vor technologischer Arbeitslosigkeit ist nicht der Hauptmotor des Widerstands.
Führungskräfte sind jedoch absolut überzeugt
Die Führungskräfte haben eine ganz andere Sichtweise. Wenn sie nach den Faktoren gefragt werden, die in den nächsten fünf Jahren den größten positiven Einfluss auf ihre Organisationen haben werden, zeigen %53 Künstliche Intelligenz-Fortschritte an erster Stelle, weit vor dem ökologischen Übergang (%28) oder der Verbesserung der Fähigkeiten der Mitarbeiter (%23).
Diese Begeisterung basiert auf konkreten Ergebnissen:
- %70 glauben, dass Künstliche Intelligenz die Effizienz ihrer Unternehmen steigert.
- %52 geben an, dass die Mitarbeiter mehr als 3 Stunden pro Woche einsparen.
- %76 haben diese frei gewordene Zeit für wertvollere Aufgaben genutzt.
- %64 haben ihre Mitarbeiter in neuen Fähigkeiten geschult.
- %57 haben die Gehälter ihrer Mitarbeiter nach der Einführung von Künstlicher Intelligenz erhöht.
- %75 haben neue Mitarbeiter eingestellt, um diese Anwendungen zu unterstützen.
Weit entfernt von einem Bild, das zu Arbeitsplatzverlusten führen könnte, sind die Führungskräfte wenig besorgt: Nur %5 denken darüber nach, die Anzahl der Mitarbeiter im Falle einer Übertragung von Positionen auf Künstliche Intelligenz zu reduzieren. Und %80 glauben, dass ihre Unternehmen in den nächsten Jahren diese Werkzeuge verstärkt nutzen werden.
Einsatz in Teams bleibt jedoch sehr vorsichtig
Trotz dieses hohen Optimismus bleibt die tatsächliche Nutzung in den Teams begrenzt.
| Häufigkeit der Nutzung von Künstlicher Intelligenz | Am Arbeitsplatz | Im Privatleben |
| Mindestens einmal pro Woche | %35 | %41 |
| Täglich | %9 | %10 |
| Nie | %37 | %25 |
Unter denjenigen, die Künstliche Intelligenz am Arbeitsplatz nutzen, bleiben die Aufgaben meist einfach:
Fortgeschrittene Anwendungen werden meist von Jüngeren durchgeführt. Bei Personen unter 25 Jahren nutzen %30 Künstliche Intelligenz für Kreativität, %26 für Bildung und %23 für technische Aufgaben; diese Anteile liegen in der Altersgruppe 55-64 Jahre bei jeweils %24, %13 und %13.
Warum bleiben diese Anwendungen so begrenzt? Das Haupthindernis ist einfach: %27 glauben, dass Künstliche Intelligenz für ihre Aufgaben ungeeignet ist. Der nächstfolgende Grund ist mangelndes Interesse (%19), Zweifel an der Qualität der Ergebnisse (%15) und Schwierigkeiten bei der Integration in die Arbeitsprozesse (%13). Daher ist das Unwissen über das Potenzial des Werkzeugs das wahre Hindernis; viel mehr als technische oder ethische Bedenken.
„Schatten-Künstliche Intelligenz“: Ein Zeichen für echtes Interesse
Die Studie zeigt ein interessantes Phänomen: „Schatten-Künstliche Intelligenz“.
%42 der Mitarbeiter, die Künstliche Intelligenz am Arbeitsplatz nutzen, greifen hauptsächlich über ihre persönlichen Konten darauf zu; nur %29 nutzen ein professionelles Konto, das von ihrem Arbeitgeber bereitgestellt wird. Und nur %14 geben an, dass ihre Unternehmen eine interne Richtlinie zur Regulierung dieser Nutzung erstellt haben.
Die Führungskräfte sind sich dessen bewusst: %35 haben beobachtet, dass Mitarbeiter ihre persönlichen Konten für berufliche Zwecke nutzen, und %37 berichten, dass Mitarbeiter begonnen haben, das Werkzeug zu nutzen, bevor ein offizieller Rahmen festgelegt wurde.
Dieses Phänomen stellt ein Risiko für den Datenschutz dar. Es spiegelt jedoch in erster Linie den Wunsch der Mitarbeiter wider, das Potenzial dieser Werkzeuge zu entdecken; dies geschieht ohne Anreiz oder Schulung. Arbeitgeber müssen dies berücksichtigen.
Kleine Unternehmen und Freiberufler: Strukturell zurückgeblieben, aber führend in der Nutzung
Kleine Unternehmen repräsentieren mehr als %99 der französischen Unternehmen und mehr als ein Drittel der privaten Beschäftigung. Dieser Rückstand ist ein kritisches Problem für den Übergang zu Künstlicher Intelligenz im Land.
| Unternehmensgröße | Monatliche Akzeptanzrate von Künstlicher Intelligenz |
| Große Unternehmen (250+ Mitarbeiter) | %58 |
| Mittlere Unternehmen | %31 |
| Kleine Unternehmen | %15 |
Dennoch sind die Führungskräfte kleiner Unternehmen individuell in Bezug auf Nutzungshäufigkeit und -qualität besser aufgestellt als der Durchschnitt der Mitarbeiter.
| Profil | Häufige Nutzung (mehrmals pro Woche) | Nutzung für kreative Aufgaben |
| Führungskräfte kleiner Unternehmen | %35 | %35 |
| Freiberufler | %31 | %37 |
| Mitarbeiter (allgemein) | %25 | %24 |
Außerdem sind sie in Bezug auf die Vorteile überzeugter: %44 der Führungskräfte kleiner Unternehmen und %41 der Freiberufler glauben, dass Künstliche Intelligenz ihre Effizienz steigern kann; dieser Anteil liegt bei den Mitarbeitern bei %33. Auch im Bereich Kreativität ist der Unterschied deutlich (%33 und %32 im Vergleich zu %22).
Diese Profile haben Künstliche Intelligenz meist selbstständig und durch Selbstlernen entdeckt und sie zu einem konkreten Instrument für geschäftliche Entwicklungen gemacht: Markenbildung, Kostenkalkulation, strategische Planung. In einigen Sektoren, wie Handwerk, Gastronomie, manuelle Arbeit, ist es jedoch schwierig, die Verbindung zwischen Künstlicher Intelligenz und den täglichen Aktivitäten zu erkennen.
Bildung: Das stärkste und am wenigsten genutzte Werkzeug
Die Daten zur Bildung gehören zu den auffälligsten Ergebnissen der Studie.
| Profil | Quote der Künstliche Intelligenz Schulung |
| Große Unternehmen (ETI/GE) | %30 |
| Mittlere Unternehmen | %19 |
| Kleine Unternehmen (weniger als 10 Mitarbeiter) | %16 |
| Freiberufler | %13 |
| Alle Mitarbeiter | %21 |
Doch die Auswirkungen von Schulungen sind groß. Mitarbeiter, die eine Schulung erhalten haben, nutzen Künstliche Intelligenz mindestens einmal pro Woche zu %68, während dieser Anteil bei nicht geschulten Mitarbeitern nur %26 beträgt. Das ist ein Unterschied von 1 zu 2,6.
Schulungen haben auch einen direkten Einfluss auf Vertrauen und Anwendungen:
- %76 der Schulungsteilnehmer haben durch die Schulung neue Anwendungsfälle identifiziert.
- %74 haben Vertrauen in die Nutzung von Künstlicher Intelligenz gewonnen.
- %74 haben begonnen, Künstliche Intelligenz für neue Aufgaben zu nutzen.
- %67 haben festgestellt, dass ihre Ängste im Zusammenhang mit Künstlicher Intelligenz abgenommen haben.
Paradoxerweise geben %58 an, dass die Führungskräfte in ihren Unternehmen Schulungen zu Künstlicher Intelligenz anbieten, während dieser Anteil bei geschulten Mitarbeitern nur %21 beträgt. Diese Schulungen erreichen, selbst wenn sie vorhanden sind, nicht alle Mitarbeiter oder werden als nicht ausreichend relevant angesehen.
Die Erwartungen der Mitarbeiter sind klar: %62 wünschen sich Schulungen, die auf konkreten Fallstudien basieren, %61 wünschen sich praktische Schulungen zur Nutzung der Werkzeuge. Die Nachfrage nach theoretischen und abstrakten Inhalten ist viel geringer (%54). Das Problem besteht nicht darin, zu erklären, „was Künstliche Intelligenz ist“, sondern zu zeigen, „wie ich sie in meinem täglichen Job nutzen kann“.
Um diese Schulungen anzubieten, vertrauen die Mitarbeiter Technologieunternehmen (%27) mehr als Arbeitgebern (%24), Bildungseinrichtungen (%22) oder Bildungsträgern (%18). Führungskräfte kleiner Unternehmen und Freiberufler neigen stärker zu Technologieakteuren (%34 und %32).
Schließlich werden Künstliche Intelligenz-Fähigkeiten zunehmend zu einem Einstellungskriterium: %58 der französischen Führungskräfte geben an, dass ein Bewerber aufgrund seiner Künstliche Intelligenz-Fähigkeiten eingestellt wurde, was über dem europäischen Durchschnitt (%54) liegt. Die Kenntnis dieser Werkzeuge ist für Mitarbeiter mittlerweile nicht nur ein Vorteil, sondern wird zu einer Voraussetzung für die Beschäftigungsfähigkeit.
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